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Maria Caspar-Filser

Maria Caspar-Filser

Riedlingen 1878 -
Brannenburg 1968


In einer Zeit wird Maria Filser geboren, in der die französischen Impressionisten mit der Durchsetzung einer freien und spontanen, von Gefühl und Stimmung geleiteten Malerei um ihre künstlerische Anerkennung kämpfen. Maria Filser wächst vor allem im südlichen Deutschland auf, in idyllischen Gegenden, die die Künstlerin entscheidend formen. Mit dem Nachbarssohn Carl Caspar pflegt Maria bereits in frühester Kindheit eine enge Freundschaft und trifft ihn auch später an der Stuttgarter Akademie wieder. Dort nimmt Filser 1896 ihr Studium auf. Die beiden Künstler bleiben seitdem zusammen und heiraten im Jahr 1907. Maria Caspar-Filsers frühe Bilder zeigen, dass die neue Methode der Freilichtmalerei und die allmähliche Abwendung vom Realismus sie nicht unbeeindruckt lassen.
Maria Caspar-Filser verbringt einige Monate in München, um in der Akademie am Unterricht von Ludwig Herterich teilzunehmen. Maria und Carl reisen im Jahr 1905 nach Paris, wo sie die avantgardistische Malerei studieren und von den Impressionisten fasziniert sind. Ebenso nachhaltig ist der Eindruck von den Bildern Cézannes: Maria Caspar-Filser erkennt dessen Anliegen, die "Lichtwelt" der Impressionisten in eine "Farbwelt" zu verwandeln. Diese Erkenntnis und der Stil van Goghs spielen eine große Rolle in Filsers weiteren Entwicklung.
Das Ehepaar Caspar-Filser wohnt in München, Balingen, Gottlieben in der Schweiz und ab 1909 wieder in München. Beide werden Mitglied beim "Deutschen Künstlerbund" und sind in dessen Ausstellungen bis 1936 regelmäßig vertreten. Als einzige Frau ist Maria Caspar-Filser 1913 Gründungsmitglied der "Münchner Neuen Sezession".
In Filsers Bildern wird deutlich, dass sie eine Landschaft nicht mehr naturalistisch abbilden, sondern eine Farbkomposition aufbauen will. Dieser Idee kommt 1914 mit dem Villa-Romana-Preis ein Italienaufenthalt in südlichem Licht und entsprechenden Farben entgegen.
1916 holt Corinth die Künstlerin in die "Berliner Sezession". Ab 1922 arbeiten Maria Caspar-Filser und ihr Mann gemeinsam in München, wo sich allmählich der künstlerische Durchbruch vollzieht. Mit ihrem Stil, der jenseits von Impressionismus und Expressionismus liegt, und in dem sich abstrakte und konkrete Formen die Waage halten, ist Caspar-Filser 1924-28 in der Biennale von Venedig vertreten. Sie erhält als erste deutsche Malerin den Professorentitel.
In der folgenden Zeit beginnen nationalsozialistische Diffamierungen bis hin zum Ausstellungsverbot im Jahr 1936. Nach Aufenthalten in Italien und der Schweiz ziehen sich die Caspar-Filsers ins Inntal in die innere Emigration zurück.
Im Nachkriegsdeutschland ist Maria Caspar-Filser am Aufbau einer neuen Kunstszene maßgeblich beteiligt. 1947 wird sie Gründungsmitglied der Münchner "Neuen Gruppe", 1950 fördert sie die Neuformierung des "Deutschen Künstlerbundes".

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